DER SPORT

DIE DEPRESSION

UND DEIN GEHIRN

was passiert denn da?

Depression ist in unserer Gesellschaft ein großes Thema. Neueste Forschung fokussiert sich immer mehr darauf, wie Sport und Depression zusammenhängen. Und erstaunlicherweise verändert sich sogar das Gehirn.

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Lesezeit ca. 5 Minuten

Der folgende Beitrag ist eine Zusammenfassung einer Seminararbeit. Ich habe versucht ihn so verständlich wie möglich zu gestalten, damit ihn wirklich jeder verstehen kann. Sollte dennoch etwas unklar sein, freue ich mich auf eine Nachricht von dir :-)

Sport und Depression, und dein Gehirn

was passiert da?

2015 waren, laut der WHO, ca. 350 Millionen Menschen von einer Depression betroffen. Einen besonderen Zuwachs verzeichnen die jungen Erwachsenen. Viele Menschen wissen nicht um einen Zusammenhang zwischen Sport und Depressionen. Dieser Zusammenhang findet jedoch in der aktuellen Forschung immer mehr Anklang. Neuere Analysen bringen neurologische Ergebnisse hervor, welche neue Meilensteine im Verständnis der Depression und dessen Interventionen und Präventionen ermöglichen. Hier sollen die Depression im Zusammenhang mit Sport erläutert werden.

Die Depression

Depression ist ein sehr weit verbreitetes Krankheitsbild, welches im ICD in den Bereich der  „Affektiven Störungen“ fällt. Dieses Krankheitsbild wird unter anderem durch pathologisch veränderte Neurotransmitter-Konzentrationen im zentralen Nervensystem, besonders im Gehirn, verursacht. Dementsprechend gibt es verschiedenste Behandlungsansätze. Beim näheren Betrachten der Verbreitung von Depressionen in den einzelnen Altersgruppen, fällt auf, dass vor allem junge Erwachsene häufig von dieser Krankheit betroffen sind. Diese Altersgruppe weist eine Prävalenzrate von über 10-18% auf.Auch psychische Krankheiten können Auslöser für diese Erkrankungen sein. Strukturelle Veränderungen im Gehirn können allerdings ebenso bei diesen Auslösern gefunden werden. Sind also diese Veränderungen eine Interaktion zwischen Veränderungen der Hirnstrukturen und des psychischen Zustandes? So können beispielsweise Verringerungen des Volumens der Basalganglien (Gehirngebiet, welches bspw. wichtig für funktionelle Aspekte motorischer Regelungen ist) und des Hippocampus (Gehirnteil, welcher Informationen "verwaltet") bei Personen mit einer Depression gefunden werden.

Der Sport

In der Literatur werden, im Zusammenhang mit Sport, immer wieder zwei Gehirnareale besonders betont: der Temporallappen und der Hippocampus. Dass eine anatome Veränderung nicht zwangsweise Verschlechterungen hervorruft, ist bekannt. So haben beispielsweise Merkmeisterinnen und Merkmeister (Personen, die sich enorm viele Informationen merken können) eine atypische Anatomie im linken Temporallappen und atypische Veränderungen in mehreren Hirnregionen. Diese Veränderungen des Gehirns durch dauerhafte und wiederholende Bewegungen nennt man in der Wissenschaft „Plastizität“.

Neben anatomischen Veränderungen werden auch diverse weitere Adaptionen des Gehirns im Zusammenhang mit Sport und Bewegung beschrieben. Das wohl bekannteste Phänomen in diesem Bereich ist das sogenannte Runner’s High. Darauf aufmerksam wurde man, durch eine wesentliche Besserung der Laune während und nach körperlicher Bewegung. Der Name stammt von der Sportart, bei denen das Runner’s High am öftesten bzw. am schnellsten aktiviert wird. Beim Radfahren zeigt sich der Effekt erst nach mehreren Stunden. Jedoch ist bekannt, dass das Ausüben der Sportart, egal ob Laufen oder Radfahren, regelmäßig stattfinden muss. Als Grund dafür wurde eine Änderung der endogenen Opioid-Freisetzung (Erhöhung körpereigener Stimmungsaufhellender Stoffe) entdeckt.

Der Zusammenhang

Es lassen sich Ergebnisse finden, welche für positive Effekte von Sport bei der Genesung der Depression sprechen. Aber was genau passiert im Körper, dass überhaupt Effekte, egal ob positiv oder negativ, von Sport auf die Depression zu finden sind? Bei sportlichen Übungen schüttet unser Gehirn Neurotransmitter aus. Die sogenannten „Glückshormone“, Acetylcholin und Endorphin, sorgen für positiv wahrgenommene Gefühle, welche die positiven Effekte von Sport erklären. Betreibt also jemand, der sich aufgrund von Depressionen nicht gut fühlt, Sport, so werden auch bei ihm diese „Glückshormone“ ausgeschüttet, was aufheiternde Auswirkungen auf den Gemütszustand dieser Person hat. Die körperliche Aktivität konnte hier auch als nützliche Prävention gegen Depressionen gefunden werden. Als besonders Ideal werden hier erneut Sportarten genannt, welche die Ausdauer trainieren. Als Ausgleich zur Ausdauersportart wird eine Mannschaftssportart oder Kampfsport empfohlen. Dabei ist die Intensität der Anstrengung der Patientin bzw. des Patienten anzupassen. Das ist besonders wichtig, da eine zu anstrengende Einheit die Hormonausschüttung hemmt. Im schlimmsten Fall könnte das die Depression sogar noch verstärken. Die Sportarten sollten zudem so gewählt sein, dass sie nicht Misserfolge hervorrufen, sondern primär gesetzte Ziele erreichbar sind. Für die neuronale Rehabilitation ist ein stufenweises Programm zu befolgen. 

Gotham, Jernigan, Hudziak und Barch beschäftigten sich genauer mit diesem Thema und konzentrierten sich auf die Forschung an Kindern, wobei sie einen Meilenstein in dieser Forschungsrichtung legen konnten. Bei ihrer Untersuchung von Kindern zwischen neun und elf Jahren wurde das Ausüben einer Sportart direkt mit mentalen Gesundheit und Gehirnentwicklung und damit auch mit depressiven Symptomen in Verbindung gestellt. Vor allem bei den Jungen stellte sich heraus, dass diese wesentlich weniger depressive Symptome zeigten, wenn sie einen gewissen Sport in einer Gruppe betrieben. Dieser Effekt wurde teilweise vom Volumen des Hippocampus moderiert (Moderator = ein 3. Einfluss, von dem abhängt, wie sich Variabel A auf Variabel B auswirkt). Somit gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der sportlichen Aktivität und des Hippocampus-Volumens. Des Weiteren besteht ebenfalls ein Zusammenhang zwischen dem Hippocampus-Volumen und den depressiven Symptomen.

Achtung: Nur weil ein Zusammenhang gefunden wurde, heißt das nicht, dass etwas ursächlich ist. Für die weitere Kenntnisgewinnung ist noch viel Forschung notwendig.

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