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RENNRAD

SAFETY CHECKLIST

Wer meinen vorhergehenden Rennrad-Blog gelesen hat, weiß, wenn man sich ein Rennrad anschafft, reicht es nicht aus, nur zu wissen wie man fährt. Es ist notwendig sich in das Thema "Rennrad" einzulesen.

 

Um dir die endlose Recherche zu erleichtern, habe ich hier eine Liste der wichtigsten Punkte gemacht, die eine dauerhafte Sicherheit gewährleisten, damit du deine Touren noch mehr genießen kannst!

Vielen Dank an Adrian Horchler, der hier seine Expertenmeinung mit uns teilt!

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Rennrad Safety-Checkliste

1. der LUFTDRUCK

Der Luftdruck in den Reifen von Rennrädern liegt circa zwischen 5 und 8 bar, in Abhängigkeit von Reifen- und Felgenbreite, Schlauch oder Tubeless, Untergrund und Gewicht des Fahrers / der Fahrerin. (Je breiter Reifen und Felgen sowie je leichter der Fahrer*in ist, desto geringer der Druck). Um ganz sicher zu gehen, findet man den optimalen Druck am Rande des Mantels. Wichtig: der Schlauch IM Reifen hält nur 1-2 bar aus. Wenn du also deinen Schlauch auf Löcher untersuchst, nicht zu viel Luft reinpumpen. Außerdem überprüfe ich wirklich vor jeder Fahrt den Reifendruck, um mein Rad und mich zu schützen.

2. böse KANALDECKEL

Als ich das erste Mal mit dem Rennrad gefahren bin, war es mir nicht bewusst WIE schmal die Reifen sind. Hier können Kanaldeckel oder andere Vorrichtungen fürs Abrinnen des Wassers schon mal zur Gefahrenzone werden. Das heißt: unbedingt in einem ca. 45° Winkel über den Kanaldeckel fahren. Oder noch besser: sie vermeiden!

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7. PUMPE & extra SCHLAUCH

Für längere Strecken und / oder Strecken mit schlechter Infrastruktur ist es sinnvoll, im Falle eines Plattens, ausgestattet zu sein. Ich persönlich habe immer Pumpe und Schlauch in meiner Satteltasche dabei. Zusätzlich gibt es Reifenheber . Sie erleichtern das Abstülpen des Mantels über die Felge.

5. die richtige KASSETTE

Worauf die wenigsten beim ersten Rennrad-Kauf achten ist, welche Strecken man überhaupt fahren möchte. Wer viel bergauf fahrt, braucht hinten einen größeren Zahnkranz. Hier empfiehlt sich z.B. die 11/32 (32 Zähne). Achtung: 11/32 funktioniert oft nur mit langem Schaltwerkskäfig! 11/30 ist bei den überwiegend montierten mittleren Schaltwerken das Maximum. Problem: Bei zu kurzem Käfig muss die Kette für Übersetzungen von zB. 50/32 so lang gelassen werden, dass sie bei 34/11 durchhängt und schleift. Dafür ein langer Käfig, der das entsprechend auffangen kann.

8. richtige LICHTER

Auch wenn Rennräder von der StVO als Spezialfall behandelt werden (somit ist das Licht nicht verpflichtend), ist es eine gute Idee sich im Straßenverkehr bewusst sichtbar zu machen. Zusätzlich zur hellen Kleidung kann man für einen geringen Preis noch mehr Sicherheit schaffen. Wichtig ist, dass blinkende Lichter nicht fix montiert sind. Das dürfen in Österreich nur Einsatzfahrzeuge.

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10. NICHT UMDREHEN

Das komplexe Bremssystem ist, wie eben so vieles am Fahrrad, verantwortungsvoll zu behandeln. Denn moderne Bremssysteme arbeiten mit hydraulischem Druck, statt einem Kabelzug. Dreht man das Rad um, kann Luft in das System eindringen. Luft ist komprimierbar, was folglich der Bremsleistung Abbruch tut.

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3. CARBON macht den Ton

So schön Carbon aussieht und leicht es ist, so empfindlich ist es auch. Mach dir bewusst, dass das Rad bestenfalls nie umfällt. Bei Stürzen wird sogar empfohlen, das Rad zu röntgen. Bei kleineren Unfällen kann man sich selbst Gewissheit mit einem Klopftest schaffen. Man nimmt eine Münze und klopft vorsichtig an der verdächtigen Stelle und rundherum auf das Carbon. Da die Faserstruktur bei kaputtem Carbon zerstört ist, klingt das beschädigte Carbon dumpf. Aber im Zweifelsfall: gleich zum Profi. Carbon warnt dich nicht wie Aluminium, sondern bricht direkt durch.

6. falsch GESCHALTEN

Prinzipiell kann man beim Schalten vieles falsch und richtig machen. Doch das größte NoGO ist der kleinste Gang vorne bei der Kurbel und der größte hinten und vice versa. Warum? In diesem Fall spannt sich die Kette quer über deine Kassette und die Kurbel. 

4. die SCHEIBENBREMSEN

Egal ob beim Transport oder beim Durchsuchen des Schlauchs auf Löcher - irgendwann muss der Reifen mal raus. Wer Scheibenbremsen hat muss dabei etwas ganz wichtiges beachten: NICHT BREMSEN. Wenn die Bremsbacken einmal zusammen sind, bekommt man sie nur ganz schwer wieder auseinander. Das ist aber nicht die einzige Tücke der Scheibenbremsen. Denn es gibt noch ein viel schlimmeres Szenario: Öl auf der Bremsscheibe

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9. DREHMOMENTSCHLÜSSEL

Wie vorher schon erwähnt, ist Carbon ein Sensibelchen. Daher benötigt man einen Drehmomentschlüssel. Anders als ein herkömmlicher Schraubenschlüssel kann man beim Drehmomentschlüssel genauer das Anziehen dosieren. Das kann über so manchen fatalen Schaden entscheiden.

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und noch vieles mehr...

Während ich mich hier lediglich auf das Rennrad alleine fokussiert habe, möchte ich dich noch darauf hinweisen, dass auch die fahrende Person wesentlich zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt. Deswegen: fahre nie zu müde, nimm immer genügend Proviant mit (Essen/Trinken), überanstrenge dich nicht und wenn etwas weh tut bleib' stehen. Ziehe dir eine richtige Radhose an und kaufe dir einen guten Helm.

 

Dann kannst du dein neues Leben mit dem Rennrad so richtig genießen!

Komponenten deines Rennrades, die du außerdem noch kennen solltest...

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