RauchFREI werden

Dieser Blog richtet sich an all jene, die sich wünschen mit dem Rauchen aufzuhören und welche einer Person im Umfeld helfen möchte, die Sucht zu stoppen.

Rauchen ist eine Sucht. Man redet sich ein, dass es einen entspannt oder man so Stresssituationen besser bewältigen kann. Der Ernst der Lage wird beschönigt oder aktiv verdrängt. Dennoch ist es wie es ist: das Rauchen ist für den Körper eine extreme Belastung. Wenn du den ersten Schritt gemacht hast und den Wunsch verspürst, das Rauchen zu stoppen, hast du schon einen sehr großen, wenn nicht den größten gemacht. Hier erzähle ich dir meine Geschichte. Am Ende dieses Blog schreibe ich dir noch hilfreiche Schritte um rauchFREI auf.

Lesezeit ca. 7 Minuten

RauchFREI

Beginnend mit meiner persönlichen Geschichte:

Phase 1: An ein Leben ohne Rauchen denken

Ich war wirklich eine „leidenschaftliche“ Raucherin. Zu meinen "besten" Zeiten rauchte ich etwa eine ganze Schachtel pro Tag. Irgendwann wurde mir das Rauchen zu teuer, aber es gibt ja eine billigere Alternative: Wutzeln (Drehen). Das senkte die Kosten erheblich und somit konnte ich weiter ohne schlechtem Gewissen bzgl. meiner Geldtasche rauchen. Im Laufe des Jahres hatte ich immer wieder daran gedacht, wie wohl ein Leben ohne dem Rauch ist. Im Studium (ich studiere Psychologie) wird man sehr oft zur Selbstreflexion gebracht. Daher habe ich auch immer wieder überlegt, was  genau Sucht eigentlich für mich ist und ausmacht. Der Gedanke, irgendwann das Rauchen zu lassen, war immer wieder da.

Phase 2: Der Schock

Im Mai 2018 wurde ich wegen wiederholten Bauchschmerzen vom Hausarzt zum Spezialisten verwiesen. Zudem wurde auch die Lunge geröntgt. Davon hatte ich großen Respekt, da ich doch schon eine längere Zeit rauchte und ja auch nicht wenig. Was ich aber während meiner ganzen Zeit als Raucherin nicht bedacht hatte, war dass ja auch andere Organe durch das Rauchen geschädigt werden können. Also saß ich nichts ahnend beim Ultraschall, bei dem mein ganzer Bauchraum untersucht wurde. Auf einmal wurde ich gefragt, ob ich rauche. Ich bestätigte das. Der Arzt meinte drauf: „Ja, wenn du so weiter machst, dann wirst in 30 Jahren bestimmt ein Problem mit der Milz haben.“. Darauf hin bin ich erst einmal geschockt gegangen, dennoch rauchte ich weiterhin. Aber an diesem Tag passierte noch ganz etwas Wichtiges: Ich beschloss noch eine Prüfung zu schreiben und nach dieser das Rauchen komplett aufzugeben. Tag X war beschlossen. Bis dahin sollte ich noch genüsslich weiter rauchen.

Phase 3: Die Mentale Vorbereitung

Aus meinem Psychologie-Studium war mir klar, dass ich mir für das Rauchen eine Alternative suchen musste und zusätzlich heikle Situationen, mit denen das Rauchen assoziiert war, vermeiden musste. Ich überlegte mir in die 2 letzten Raucherwochen meines Lebens, wie es doch zukünftig sein würde: ohne Zigarette auf den Bus zu warten; ohne Zigaretten sich mit Freunden auf „eine Tschick“ zu treffen; emotionale Phasen ohne Zigaretten zu überstehen. 

Phase 4: Der letzte Rauchertag

An diesem Tag schrieb ich erst noch meine Prüfung an der Uni und rauchte wie gewohnt. Da ich leider nicht mehr genügend Zigaretten hatte, um über den Tag zu kommen, ging ich noch einmal welche kaufen. Beim Kauf war mir schon klar, dass das die letzten 5 Euro in meinem Leben sein werden, die ich für Zigaretten vergeuden werde. Ich traf mich am Abend noch mit einem Freund. Mit dem trank ich ein Glas Wein und rauchte dazu. Er brachte mich Heim. Ich nahm mir noch 4 Zigaretten aus der Packung und schenkte ihm den Rest (obwohl er nicht rauchte). Ich glaube von diesen 4 rauchte ich noch 2 und ging schlafen. Die letzte Zigarette belächelte ich irgendwie. Und aus irgendeinem Grund konnte ich das mit dem Rauchen-Lassen nicht mehr ernst nehmen. Meine Mutter bat ich, die restlichen Zigaretten wegzuwerfen, wenn sie am Morgen danach noch auf dem Tisch lagen.

Phase 5: Die Umsetzung    

Auch aus dem Studium war mir bekannt, dass der Nikotinentzug schon nach wenigen Tagen physisch gesehen überstanden sein wird. Die psychische Abhängigkeit dauert unterschiedlich lange an, das ist von Person zu Person unterschiedlich. Ich kann mich gar nicht mehr so genau erinnern, welcher Tag für mich der schlimmste war. Für viele ist es der 3. Tag. Aber es gab eindeutig Situationen, in denen mir es richtig schwer fiel nicht zu rauchen, zum Beispiel beim Ausgehen und Alkoholtrinken, denn das waren Situationen, bei denen ich am meisten rauchte. Es störte mich eigentlich nicht, wenn andere neben mir rauchten. Nach einiger Zeit empfand ich den Geruch lediglich eklig. Am 2. rauchfreien Tag versprach mir meine Mutter, dass sie mir einen Urlaub zahle, wenn ich es nun komplett lasse. Thäääänks Mommy <3 Das war natürlich mega lieb von ihr, nur hat es leider meine intrinsische Motivation zerstört. Intrinsische Motivation: (leider nicht einheitlich definiert) Ein innerer Antrieb einer Person ohne äußere Einflüsse, wie etwa Belohnung. Dennoch habe ich es für mich durchgehalten und bin heute wirklich überglücklich dieses Laster fallen gelassen zu haben. 

Für die Personen, die noch rauchen und es endlich lassen wollen:

 

Finde heraus, welchem Risiko du dich genau aussetzt!

Bei mir war das die Untersuchung bei der Milz

 

Entwickle und übe Bewältigungsreaktionen!

Ich hatte immer Wasser dabei, damit meine Hände und mein Mund beschäftigt waren und vermied Situationen (Baraufenthalte etc.), die mich zum Rauchen verleiteten.

 

Mach' dir bewusst, dass du es schaffen kannst!

Diesen Punkt kann ich leider im Nachhinein gar nicht beantworten. Ich bin aber generell so ein Mensch, der alles erreichen kann, wenn er sich was in den Kopf setzt. Das hat mir wahrscheinlich sehr geholfen. Mein Tipp für dich: Denke an eine Situation in deinem Leben, in der du etwas gut geschafft hast (Matura, Lehrabschlussprüfung, eine Distanz, die du Laufen wolltest, etc.). Wenn dir nichts einfällt, frage am besten deine Familie oder Freunde. Jeder hat in seinem Leben schon einmal etwas tolles erreicht, manchmal ist einem das nur nicht so bewusst. Um immer wieder kleine Erfolge feiern zu können, lud ich mir die „Rauchfrei“-App auf mein Handy. Sie zeigt dir wie viel Geld du dir schon gespart hast und welche gesundheitlichen Vorteile du bereits hast. (Nach 20 Minuten sinkt der Blutdruck wieder auf ein normales Level. Nach 2 Tagen hat sich dein Geschmacks- und Geruchssinn wieder verbessert. usw.)

Hinterfrage das was dich dabei hält weiter zu rauchen!

Viele Raucher:innen bilden sich ein, dass sie das Rauchen körperlich beruhigen würde. Das ist physiologisch nicht richtig: Miss deinen Puls bevor und nachdem du eine Zigarette rauchst. Du wirst es sehen ;-) 

 

Richtiges Interpretieren von Ausrutschern ist ganz wichtig

Du greifst doch noch einmal zurück zur Zigarette? Das ist nicht schlimm. Ein Ausrutscher kann passieren. Mach dir klar, dass das eine Ausnahmesituation war und dass du sonst das schon sehr gut gemacht hast und du weiterhin stark bleibst. Ausrutscher sind Teil des Lernprozesses. 

 

Viel Erfolg! :-)

PSYCHOLOGIE
LOVE YOUR BODY

Das könnte dich auch interessieren:

SPORT
LAUFEN

©2019 mountainxchild