10 PHÄNOMENE DER PSYCHOLOGIE

... die du privat nutzen kannst.

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10 Phänomene der Psychologie, die du im Alltag anwenden kannst.

Lachen macht glücklich!

Wenn wir glücklich sind, werden vermehrt Glückshormone (u.a. Endorphine) ausgeschüttet und wir lachen.  Der Mechanismus funktioniert auch in die andere Richtung:

Durch das Imitieren des Lachens, also beim Anspannen der gleichen Muskeln, als würde man vor Glück lachen, kann man sein Gehirn austricksen. Es bekommt die Mitteilung "Du lachst" & seine Schlussfolgerung wird sein: Du bist glücklich und es werden unweigerlich die selben Hormone ausgeschüttet. Schon nach 10 Minuten kannst du eine Veränderung wahrnehmen.

1.

1 000, 20 000, 15... richtig verhandeln!

Nehmen wir an, du wirst gefragt, wie viele Tonnen Äpfel in Österreich in diesem Jahr geerntet. Bevor du weiterliest, schätze eine Anzahl!

Angenommen, ich sage dir jetzt, es waren im Vorjahr 188.188 Tonnen. Bleibst du bei deiner vorherigen Schätzung oder näherst du dich mit deiner Anzahl den vorgegebenen Wert an?

Der sogenannte Ankereffekt (hier im Beispiel die 188.188 Tonnen) wird deine nächste Entscheidung beeinflussen. Sprichst du lang genug von Designermäntel, wirst du die Stangenware irgendwann billiger finden. Sprich: Zeige zuerst das teuerste Produkt (so erzeugst du den Anker) & dann das billigere Produkt, das du eigentlich möchtest  Ps.: Papa, ich bräuchte neue Tourenski, aber wenn das zu teuer ist, wäre ich schon mit einem Laufshirt glücklich ;-) (funktioniert bei ihm leider nicht :( ).

2.

Du musst... äh, nein sicher nicht!

"Nein, aus Prinzip nicht!"

Ein Satz den man oft dann verwendet, wenn man eigentlich schon etwas machen könnte, aber es gerade deshalb nicht tut, weil man sich in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt. Überlasse deinem Gegenüber immer eine offene Option & er wird eher auf deinen Wunsch eingehen.

3.

Reihenfolgen...

Im Fachjargon spricht man hier vom Primacy bzw. Recency Effekt. Der Primacy-Effekt wirkt dann, wenn man beispielsweise als erste Person einen Vortrag abhält & der Recency-Effekt, wenn man als letztes in der Reihe ist. Diese Vorträge werden sehr wahrscheinlich besser im Gedächtnis behaltet, als die anderen dazwischen. Also trau' dich, als erstes eine Präsentation zu halten.

Ebenfalls wird der vorhergehende Vortrag Einfluss auf die Beurteilung deiner Präsentation haben. Ist er schlecht, wirst du besser dastehen. Leider geht das ganze umgekehrt auch. Du solltest also deinen Vortrag nicht nach dem Klassenbesten halten, wenn du dich nicht sicher fühlst.

4.

Steigere die Wahrscheinlichkeit Hilfe zu erhalten!

Oft versteht man folgendes Szenario nicht: In einer U-Bahnstation wird eine Frau verprügelt & KEINER hilft, obwohl mindestens 100 Personen das Geschehen beobachten. Hier passiert die "Verantwortungsdiffusion" bzw. der "Bystandereffekt". Dabei wird die eigene Kompetenz als potenziell zu schlecht wahrgenommen & die Verantwortung auf die anderen anwesenden Personen übertragen. Dieser Fehler hat dann verheerende Folgen, wenn alle Beteiligten so denken. Denn dann hilft tatsächlich keiner!

Wie kannst du trotzdem Hilfe bekommen? Wenn du Beobachter bist, verteile die Verantwortung: Rufe die Rettung! Gehe nicht dazwischen, wenn die Situation zu gefährlich ist! Wenn du das Opfer bist: zeige auf eine Person & sage: "Du! Bitte hilf mir!". So überträgst du eindeutig die Verantwortung auf eine Person & sie wird sich verpflichtet fühlen zu handeln.

5.

Attribution

Attribution kann als eine Art "Ursachenzuschreibung" verstanden werden. Einfaches Beispiel: Du wirst bei einem Lauf Letzte oder Letzter. Nun kannst du, erstens dich fragen ob es an dir selbst lag oder an dem Weg. Zweitens kannst du zuordnen ob es nur bei diesem Rennen war oder dich allgemein als die schlechteste siehst. Je nachdem, wie du die Situation interpretierst, kann das enorme Auswirkungen haben. Angefangen von Motivationsverlust bis zum lockeren Hinnehmen. Auch umgekehrt, kann die Ursachenzuschreibung ein Problem oder eine Begünstigung der Situation sein. Wirst du bei einem Lauf Erste oder Erster, kannst du diesen Sieg deinem Können oder Glück zuschreiben, usw. 

Ps.: Solltest du jemals Psychologie studieren, wird dich das so ziemlich immer begleiten.

6.

Bitte schau (nicht) hin!

Kakerlaken haben den Beleg geliefert! Bei einer Studie ließ man Kakerlaken in einem Rohr vom einen bis zum anderen Ende laufen. Laufen können die Kakerlaken in der Regel sehr gut, also, sie waren in dieser Tätigkeit sehr wohl kompetent. Nun positionierte man in der Nähe des Rohrs andere Kakerlaken, welche die Kakerlaken im Rohr beobachteten. & tatsächlich liefen die Kakerlaken bei diesem Durchgang schneller. Dieser Effekt ist auch bei Menschen beobachtbar. Kann eine Person etwas sehr gut, kann sie es vor Zuschauern noch besser. Ist die Person in der Tätigkeit nicht so gut, wird sie es jedoch noch schlechter machen. (Nachtrag 2020: eine replizierte Studie konnte die Effekte nicht belegen.)

7.

Umso öfter du es siehst, desto mehr wirst du es lieben!

Er wird von der Werbung genutzt & in der Partnersuche! Der Mere-Exposure Effekt. Tatsächlich zeigte sich, dass man Objekte besser bewertet, wenn man sie längere/öfter sieht. Auch bei Kommilitoninnen & Kommilitonen stieg die Sympathie für Studierende, die sie öfter in der Vorlesung sahen.

Also das Motto "Mach dich rar" kann man nicht weiterempfehlen.

8.

Pawlow? Pawlow? There rings a bell!

Okay, wer jetzt nicht Psychologie studiert, wird diesen Witz jetzt nicht verstanden haben, aber hier kannst du dir kurz die Erklärung durchlesen.

Wir konditionieren uns dauernd auf irgendetwas. Vor allem bei Sucht spielt die Konditionierung so eine große Rolle, dass es sogar schon Leben gekostet hat!

Beobachte doch mal selbst. Bei bestimmten Gerüchen bekommst du sofort Hunger!

9.

Fake it till you become it!

TED-Talkerin Amy Cuddy zeigt, wie wir uns das hier als erste aufgelistete Phänomen in der Berufswelt zum Vorteil machen können. Durch das sogenannte Powerposing, also das nachstellen von Körperhaltungen, die bei erfolgreichen Situationen automatisch ausgeübt werden (Arme nach oben, Arme anwinkeln & Fäuste zeigen,...), vermindert der Körper die Ausschüttung des Kortisols ("Stresshormon") & steigert den Testosteronspiegel ("männliches" Sexualhormon).

10.

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