LOVE YOUR BODY

motivation oder bestätigungsfehler?

Wer hat es noch nicht gelesen oder gehört? Love Your Body hier, Love Your Body da. Doch in Anbetracht des aktuellen Anteils der adipösen & stark untergewichtigen Menschen ist dieser Motivationsspruch meines Erachtens extrem bedenklich.

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LOVE YOUR BODY

motivation oder bestätigungsfehler?

Sich selbst & seinen Körper zu lieben ist für jeden keine leichte Aufgabe. Oft sind wir wirklich einfach nur viel zu kritisch mit uns selbst. Doch es gibt eine Grenze, bei der das bisschen "mehr auf der Hüfte" bzw. "ein bisschen zu knochig" eine Krankheit wird. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) setzte diese Grenze mittels eines BMI's. Dieser Body-Mass-Index-Wert errechnet sich durch die Körpergröße in Metern dividiert durch das Körpergewicht in Kilogramm zum Quadrat. Natürlich fällt dieser Wert bei Sportlerinnen & Sportlern ebenfalls höher aus, da die Muskelmasse wesentlich mehr wiegt, als die des Fettes. Deshalb ist unbedingt ebenfalls der relative Fettanteil zu beachten. Die WHO definiert Personen mit einem höheren BMI als 30 als adipös & mit einen kleineren Wert als 16 stark untergewichtig. Da der Anteil der adipösen Personen besonders anstieg, beziehe ich mich bei diesem Beitrag auf Fettleibigkeit. Natürlich ist Magersucht ebenfalls sehr ernst nehmen!

Adipositas ist eine, wie leider viele nicht wissen, Krankheit (ICD-10 E66). In Österreich betrifft diese Krankheit aktuell 18.4% (Stand: August 2019). Damit sind wir auf der 'Weltrangliste' nur auf Platz 108, doch ist zu bedenken, dass es wirklich jeden fünften Österreicher bzw. jede fünfte Österreicherin betrifft. Fettleibigkeit hat viele Gesichter. Eine Studie des Robert-Koch Instituts in Berlin zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status & mehreren Krankheiten, u.a. Adipositas. Zudem zeigt die Studie deutlich, dass auch die sportliche Aktivität stark mit dem Status zusammenhängt. Diese Faktoren sind nur zwei der vielen Einflüsse auf den aktuellen Anteil der fettleibigen Personen.

>> In den letzten Jahren stieg die Anzahl der fettleibigen Personen weltweit drastisch an. <<

Durch die sozialen Medien wird auf einer Seite Druck gemacht, dem Schönheitsideal 90 - 60 - 90 zu entsprechen, aber auf der anderen Seite gibt es immer mehr Blogger & Bloggerinnen, die bewusst ihre Pfunde präsentieren & verteidigen. Egal ob (starkes) Untergewicht oder Adipositas - alles gemäß dem Motto "Love Your Body". Die eigentliche Botschaft scheint gut zu sein: liebe deinen Körper so wie er ist. Keiner ist perfekt!

Leider wird eben, wie erwähnt, oft übersehen, dass das Mindestgewicht schon weit unterschritten wurde oder das Bäuchlein doch zu viel & schon eine Krankheit Adipositas bzw. Magersucht, ist. Abnehmen/Zunehmen? Trainieren? Auf die Ernährung achten? Nicht so leicht & viel Arbeit!

Der Ausweg: "Love Your Body" 

In der Psychologie nennen wir diesen Effekt den Bestätigungsfehler (conformation bias). Dabei suchen wir nach Informationen, die unsere Einstellungen, Meinungen & somit die Krankheit unterstützen. Andere Meinungen prallen sofort ab. Quellen werden dann beispielsweise sofort als unzuverlässig oder Fälle als Zufall angesehen. Denn wir haben ja gelernt: wir lieben unseren Körper so wie er ist. Ja, Liebe macht wirklich blind!

Wie wär's, wenn wir starten mit "being healthy". Hören wir damit auf, uns an ein Schönheitsideal anzunähern & fangen wir an, gesund zu sein & gesund zu leben. Das würde auch all jenen helfen, die auf Grund einer Krankheit (z.B. Schilddrüsenunterfunktion) ihre Traumkörper vielleicht nicht haben können. Gesundheit geht vor! & egal in welcher Ausgangssituation jemand gerade ist, das Ziel, gesund zu leben, ist immer ein realistisches Ziel mit einem großen persönlichen Benefit. 

 

wie starte ich mein gesundes leben?

Sport: Die WHO empfiehlt in der Woche mindestens 150 Minuten moderaten Sport zu treiben. Damit hält man sich fit & gesund. Um eine Gesundheitsverbesserung zu erzielen, erfordert es jedoch das Doppelte. Wie du dich zum Sport motivieren kannst?

>> Bleibe dran & erfahre in meinen zukünftigen Blog, wie du es schaffst, wenn du es wirklich willst.

ernährung: Ernährung ist ein sehr komplexes Thema, bei dem es immer wieder zu Diskussionen kommt. Es gibt viele Theorien, Annahmen & Studien über die optimale Ernährung. Für mich ist das 'Einfachste' auf die Kalorien zu achten. Rechne dir deinen Grundumsatz aus (bei mir ergab dieser Rechner lediglich eine Abweichung von weniger als 5% als beim professionellen Gesundheitscheck). Mittels einem Defizit kannst du bestimmen, wie schnell &/oder wie viel du ab- oder zunehmen möchtest. Natürlich solltest du solche Entscheidungen immer am besten mit deinem Arzt treffen, um unangenehme Folgen, wie z.B. den Jojo-Effekt, zu vermeiden.

Jeder soll & darf sich in seinem Körper wohlfühlen. Doch achte nicht primär auf kleine Abweichungen vom Schönheitsideal, sondern auf deine Gesundheit & du wirst mit dir glücklich, so wie du bist!

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PSYCHOLOGIE
UNI, JOB UND 10 STUNDEN SPORT PRO WOCHE???