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LAUFEN

Das Laufen & ich haben uns erst recht spät kennengelernt, aber es war Liebe auf den ersten Blick. Diese schöne Bekanntschaft schloss ich bei einem Schullauf, bei dem ich bundeslandweit beim ersten Lauf Vierte & landesweit Siebte wurde. Erst seit Kurzem habe ich den Asphalt hinter mir gelassen & genieße das Trailrunnen in den Bergen Tirols.

ein langer weg & ein harter kampf

how i lost it...

Jeder Anfang ist schwer & neu anzufangen ist noch schwerer - für mich jedenfalls.

Nachdem ich kurz vor meinem 15. Lebensjahr meine Ski- & Laufkarriere an den Nagel hängte, verbrachte ich die meiste Zeit mit Nichtstun. Anfangs erfreute mich das Freeskifahren sehr, sodass ich doch öfter mal auf der Piste war, doch relativ schnell grenzte sich meine wöchentliche Bewegungszeit auf die zwei Turnstunden in der Schule ein. Mit dem Abschluss der Schule entfiel auch diese Zeit & ich landete beim Motto 'Sport ist Mord'.

how i found it again...

Im Mai 2018 erfolgte der erste Schritt der "Besserung".

Nach fast sieben Jahren hörte ich mit dem Rauchen auf. Langsam fing ich an, wieder mehr Bewegung in meine Freizeit zu bringen. Gelegentlich fand man mich auf dem Tennisplatz & hier & da beim Laufen, allerdings nicht mehr auf der Laufbahn, sondern auf Schotter & Trampelpfaden. Das Laufen war jedoch jedes Mal sehr ernüchternd.  

Wie gewohnt startete ich meine Feierabendrunden, musste doch schon auf den ersten Metern feststellen: so wie früher geht's nicht mehr. Das Laufen war kein Genuss, nur mehr eine Qual.

Roter Kopf, schweres Atmen & Schweißgeruch waren verlässliche Hinweise, dass Anna gerade ein Training absolviert. Zu Beginn war die Raucherlunge eines meiner größten Probleme. Wie sich eine Raucherlunge anfühlt, kann ich recht gut beschreiben, da ich vor Kurzem eine üble Erkältung hatte & dachte, ich müsse im Gebirge laufen. Genau dieses Brennen hat man immer wenn man Sport macht als Raucher bzw. Raucherin. Raucher & Raucherinnen beschreiben dieses Gefühl auch immer wieder als 'offene Lunge'. (Im Nachhinein betrachtet ein alarmierendes Signal des Körpers!) 

how i kept on going...

Mit Studienbeginn des vorletzten Semesters reduzierte sich die durchschnittliche Bewegungszeit wieder deutlich. Doch noch einmal wollte ich den Faden nicht mehr verlieren! Zu Weihnachten wünschte ich mir die Apple Watch, da sie einige tolle motivierende Funktionen hat & den Puls messen kann (wie ich sie als Sportuhr beurteile, erzähle ich euch bald!). Im Jänner meldete ich mich sofort im Fitnessstudio an. Mein erster Kurs war nicht besonders weise gewählt: totally-body-work-out. So ein intensives Workout war mir viel zu viel. Noch mehr deprimierte mich, dass andere Kursteilnehmerinnen & -teilnehmer das Workout locker schafften & ich schlussendlich sogar abbrechen musste. Zusätzlich zu dieser Frustration kam der Muskelkater meines Lebens, bei dem es mir nicht mal mehr möglich war, die Beine abzubiegen. Als ich einmal den Muskelkater vergaß & schnell aufstand, verspürte ich so einen starken Schmerz, dass mein Körper mit einem Schockzustand reagierte. Aus diesem Grund beschloss ich auf das klassische Grundlagentraining/Cardiotraining zurückzugreifen. Ich startete damit, zweimal in der Woche für eine Stunde auf dem Crosstrainer zu verbringen. Langweilig ohne Ende! Schon bald griff ich auf Netflixserien zurück, welche ich während dem Training schaute & manchmal lernte ich für die Uni übers Handy. Zu dem Cardio Workout besuchte ich eine wöchentliche Zirkeltraining-Einheit, welche von meinem Arbeitgeber zu einem geringen Selbstbehalt angeboten wird.

how i'm coming back...

Mein erster Lauf seit Jahren war der Innsbrucker Stadtlauf. Den bestritt ich mit zwei Kommilitonen in der Staffel. An diesem Tag war ich von mir selbst sehr überrascht. Im Vergleich zur Allgemein Gruppe weiblich wäre ich mit meiner Zeit von 16 Minuten & 13 Sekunden fünft Platzierte geworden. Für viele vielleicht einfach nur eine (nicht soo gute Zeit), aber für mich wirklich wieder ein Anfang für den Wettkampf. Der Ehrgeiz war wieder geweckt! Anfangs war es schwierig fünf Stunden pro Wochen Sport zu treiben. Mittlerweile überprüfe ich meine Aktivitäten-Historie auf meiner App und stelle fest, sehr oft über zehn Stunden pro Woche mit Laufen, Radfahren oder Krafttraining verbracht zu haben. Es ist eine Leidenschaft geworden. Eine Leidenschaft, die nun auch einige Personen mit mir teilen.

Warum erzähl' ich dir das?

DENN ES IST NIE ZU SPÄT!

Egal wie alt du bist,

egal wie viel du wiegst,

egal wie wenig Muskelmasse du hast,

egal wie unfit du dich fühlst:

Heute ist dein Tag!

 

Starte ein neues Leben, das all deine Vorstellungen sprengt!