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10 hartnäckige Sportmythen

... die man besser hinterfragen sollte.

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10 hartnäckige Sportmythen, die man besser

hinterfragen sollte.

Lesedauer: ca. 5 Minuten

1.

Ballern, Ballern und noch mehr Ballern!

Sprüche wie „Pushing limits“ & co. sind bei Sportlerinnen und Sportlern weit verbreitet. Doch wer nur seine Limits pushed, hat sie auch schnell erreicht. Viele wissen nämlich nicht , dass Grundlagentraining das A&O beim Ausdauersport ist. Aber warum? Die Muskellzelltypen, welche bei einem Zone 3-5 Training beansprucht werden, sind andere als bei einem langen Grundlagentraining. Auch die Adaption des Körpers an die Belastung ist unterschiedlich. Training im hohen Pulsbereich ist besonders auf die anaerobe Ausdauer und Kraft gerichtet, aber verbessert nicht die Laktatschwelle und baut kein Fundament auf. Grundlagentraining findet in den Pulsbereichen 1 und 2 statt (GA 1: ca. 125-135bpm, GA 2: 135-145bpm). Wie auch im Buch „The Uphill Athlete“ gesagt wird: Im Zweifel lieber „LOW AND LONG“.

2.

Mit dem Schuh renn ich überall…

Während es ziemlich egal ist, welches T-Shirt du an hast, ist es bei dem Schuhwerk umso wichtiger, die richtige Auswahl zu treffen. Gewöhnliche Straßenlaufschuhe haben am technischen Trail nichts verloren. Trailrunschuhe sind mit einer speziellen Sohle für das Gelände ausgestattet. Zudem sind sie im Gegensatz zu den Straßenschuhen bei den Zehen verstärkt und beugen unnötige kleine Verletzungen vor. Bei meinem ersten Trailrunschuh habe ich mich in einem fachkompetenten Shop beraten lassen. Das kann ich jeder und jedem weiterempfehlen, da die Schuhe deshalb auch nicht mehr kosten. Auch andersrum geht es leider nicht, wer seinen Trailrunschuh auf Asphalt nutzen will, wird früher als einem lieb ist Slicks an den Füßen haben.

3.

Wer Muskeln aufbauen will, braucht Fleisch!

FAKE NEWS! Wer Muskeln aufbauen will, sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten. Sicherlich ist Protein wichtig, aber es gibt auch pflanzliche Proteinquellen (Bohne, Linsen, Kichererbsen…) die meist einen bessern Nährwert bieten. Sport zu betreiben heißt auch nicht, einfach die doppelte Menge an Kalorien zu konsumieren. Wichtig ist, wovon die Energie kommt. Oder wer tankt seinen Ferrari mit einem 91er Benzin? Zum Thema Ernährung werden sich viele nicht einig. Das ist nicht unbegründet, denn Ernährung ist individuell.

4.

A guats Bier nach dem Training muas sein!

Wieder falsch! Bier ist zwar isotonisch, aber das ist alkoholfreies Bier auch (und Apfelsaft!). Warum sollte man als Sportlerin/Sportler Alkohol vermeiden? Alkohol bringt eine hohe Kalorienzufuhr, jedoch ohne die erforderlichen Begleitstoffe, also „leere Kalorien“. Alkohol vermindert bei Männer die Testosteron-Produktion, beeinflusst die Proteinsynthese und generell die Muskelregeneration - aber im negativen Sinne. Aufgrund der ergolytischen Wirkung wird auch von kleinen Mengen abgeraten (Substanzen, die die Trainingsleistung beeinflussen).

5.

3.000 Höhenmeter? Noch nie gemacht, aber geht schon!

Man sollte sich, seinen Körper und all seine Fähigkeiten gut kennen. Überanstrengung ist nicht nur für den Körper schlecht, sondern macht auch einfach gar keinen Spaß. Gerade wenn man alleine am Weg ist, sollte man sich keine zu großen Ziele setzen. Am Ende bekommt man vielleicht einen Schwächeanfall und man sitzt alleine am Berg. Oder man wird zu schwach und verletzt sich dabei… womit wir auch schon beim nächsten Fehler sind. Denn, sobald die Muskeln ermüdet sind, man nicht mehr konzentriert ist, steigt die Verletzungsgefahr drastisch. 

6.

… bis zur vollkommener Erschöpfung!

Gerade beim Trailrun sind die letzten Meter zum Gipfel nicht immer ganz ohne. Oft entsteht durch die Belastung ein Art Tunnelblick. Dadurch nehmen wir unsere Umwelt anders, unklarer wahr. Hier entsteht enormes Verletzungsrisiko. Kleine Fehler, wie das Umknacksen, ziehen eine lange Sportpause nach sich und schmerzen sehr. Zudem können sie leicht vermieden werden. Gerade beim Training macht es keinen Sinn etwas zu riskieren.

7.

Wer braucht schon Krafttraining als Ausdauersportler?

Tatsächlich jede und jeder! Muskeln helfen uns nicht nur bei der Sportart selbst besser zu werden, sondern sie schützen uns vor Verletzungen! Eine Stunde pro Woche sollte man sich für seine Muskeln Zeit nehmen. Wichtig dabei ist es, auf die Art er Übungen zu achten. Als Trailrunnerinnerin - & runner muss man nicht 120 kg auf der Bank drücken, 180 kg heben und 150 kg beugen (es ist sogar hinderlich). Aber explosive Übungen für den Muskelaufbau (Boxjumps, dynamische Ausfallschritte, Hill Bounding) sind unabdingbar.

8.

Ich muss wieder Trainieren.

Nein, musst du nicht. Sport sollte in erster Linie Spaß machen. Wenn man mal eine demotivierte Phase hat, nützt es wenig sich zu etwas zu zwingen. Lieber mal eine neue Sportart ausprobieren &/oder Freunde ins Boot holen. 

9.

Sport hilft beim Stressabbauen.

Ja, das stimmt, aber Stress beeinflusst den Sport. Stress wirkt sich, genauso wie schlechter Schlaf, negativ auf die Leistungsfähigkeit aus. Man sollte also nach einem stressigen Tag seinem Körper nicht noch weiterem Druck aussetzten, sondern eine kleinere Runde wählen.

10.

Ohne System einfach losrennen.

Laufen scheint extrem einfach zu sein. Man kauft sich Schuhe, coole Sportoutfits & sucht sich eine Runde. Easy peasy! Für den Otto-normal-Verbraucher reicht das auch, aber auf die Dauer lohnt es sich die oben erwähnten Punkte einzuarbeiten. Allein schon seinen Gelenken zu liebe, sollte man sich gut informieren. Also schnapp' dir ein Blatt Papier oder überlege dir schon am Anfang der Woche, welche Aktivitäten du, wann und wie machen möchtest. So kann man mit Verbesserungseffekte rechnen & das wichtigste: Gesund bleiben!

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